Nachhaltiges Eventmanagement
Nachhaltiges Eventmanagement bezeichnet die Planung und Durchführung von Veranstaltungen, bei der ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen von Anfang an berücksichtigt und gezielt verringert werden. Es geht nicht um Verzicht auf Wirkung, sondern um Entscheidungen: Welche Location ist mit der Bahn erreichbar, welches Catering kommt aus der Region, welches Material wird nach dem Event weiterverwendet? Viele dieser Entscheidungen sparen zugleich Budget und Aufwand. Immer mehr Unternehmen fordern von ihren Dienstleistern zudem Nachweise, etwa im Rahmen ihrer eigenen Berichtspflichten.
Welche Handlungsfelder umfasst nachhaltiges Eventmanagement?
Der größte Hebel liegt meist in der Anreise. Bei einer Führungskräftetagung mit 300 Gästen aus ganz Deutschland verursacht die Mobilität oft mehr als die Hälfte der gesamten Emissionen. Eine Location in Bahnhofsnähe, ein Veranstaltungsticket der Bahn und Shuttles vom Bahnhof verändern die Bilanz deutlicher als jede Maßnahme am Buffet. Beim Catering zählen regionale und saisonale Zutaten, ein hoher vegetarischer Anteil, Mehrweggeschirr und eine realistische Mengenplanung, damit am Abend nicht die Hälfte im Container landet.
Material und Energie betreffen Bühnenbau, Dekoration und Technik: modulare Elemente, die mehrfach eingesetzt werden, LED-Licht statt konventioneller Scheinwerfer, Ökostrom in der Location, digitale Agenda statt Drucksachen. Das Feld Soziales wird oft übersehen, gehört aber dazu: faire Arbeitsbedingungen für Crews, Barrierefreiheit für Gäste, regionale Dienstleister und Partner, die ähnliche Standards erfüllen. Wer diese fünf Felder in der Konzeptphase durchgeht, findet in jedem Projekt mehrere Maßnahmen, die ohne Mehrkosten umsetzbar sind.
Konkrete Maßnahmen je Handlungsfeld
- Anreise: Location mit Bahnanschluss, Veranstaltungsticket, Sammeltransfers, Hybrid-Option für weite Wege
- Catering: regional, saisonal, überwiegend vegetarisch, Mehrweg, Mengenplanung und Weitergabe von Überschüssen
- Material: modulare Bühnen und Messebauten, Mietmobiliar, Verzicht auf Einwegdekoration und Giveaways ohne Nutzen
- Energie: LED-Technik, Ökostrom, abgestimmte Auf- und Abbauzeiten, Verzicht auf Dieselaggregate
- Soziales: Barrierefreiheit, faire Konditionen für Crews, regionale Partner, Spenden statt Wegwerfen
Wie wird nachhaltiges Eventmanagement überprüfbar?
Gute Absichten reichen nicht, wenn Auftraggeber Nachweise verlangen. Die internationale Norm ISO 20121 beschreibt ein Managementsystem für nachhaltige Veranstaltungen: Ziele werden festgelegt, Maßnahmen dokumentiert, Ergebnisse gemessen und regelmäßig verbessert. Eine Agentur, die nach ISO 20121 zertifiziert ist, hat diesen Prozess für jedes Projekt verankert und lässt ihn extern prüfen. Bei marbet erfolgt diese Zertifizierung durch den TÜV SÜD; hinzu kommt eine Silber-Bewertung von EcoVadis, einem Rating, mit dem Unternehmen die Nachhaltigkeit ihrer Lieferanten vergleichen.
Für Sie als Auftraggeber bedeutet das: Sie erhalten pro Event eine nachvollziehbare Bilanz, etwa zu Emissionen aus Anreise, Energie und Catering, und eine Übersicht der umgesetzten Maßnahmen. Diese Daten fließen in Ihre eigene Berichterstattung ein. Wie die Handlungsfelder in der Praxis umgesetzt werden, zeigt die Seite Verantwortung. Der Ablauf ist dabei immer derselbe: Ziele im Briefing festlegen, Maßnahmen im Konzept verankern, Umsetzung vor Ort kontrollieren, Ergebnis nach dem Event auswerten und für das nächste Projekt lernen.
So läuft ein nachhaltiges Eventprojekt ab
- Briefing: Nachhaltigkeitsziele und Berichtsanforderungen des Auftraggebers klären
- Konzept: Location, Anreise, Catering und Material nach den Handlungsfeldern auswählen
- Partner: Dienstleister mit passenden Standards und Nachweisen einbinden
- Umsetzung: Maßnahmen vor Ort kontrollieren, Abfall und Verbrauch erfassen
- Auswertung: Bilanz erstellen, Ergebnisse berichten, Verbesserungen für das nächste Event festhalten
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zertifizierung nach ISO 20121 für nachhaltiges Eventmanagement?
Die Norm legt fest, wie ein Unternehmen Nachhaltigkeit in seinen Eventprozessen steuert: mit Zielen, Verantwortlichkeiten, Dokumentation und regelmäßiger Überprüfung. Eine externe Stelle wie der TÜV SÜD prüft, ob das System tatsächlich gelebt wird. Für Auftraggeber ist die Zertifizierung ein belastbarer Nachweis, dass Maßnahmen nicht vom Zufall abhängen.
Kostet nachhaltiges Eventmanagement mehr?
Nicht zwangsläufig, viele Maßnahmen sparen sogar Geld, etwa weniger Drucksachen, realistische Cateringmengen oder wiederverwendbare Bauten. Einzelne Punkte wie Ökostrom oder regionale Bio-Zutaten können etwas teurer sein. Entscheidend ist, die Ziele früh festzulegen, dann lassen sich Mehrkosten an einer Stelle durch Einsparungen an anderer ausgleichen.
Welche Maßnahme hat die größte Wirkung?
In den meisten Projekten ist es die Anreise der Gäste, gefolgt von Übernachtungen und Catering. Eine gut erreichbare Location und ein Anreiz für die Bahnanreise verändern die Bilanz am stärksten. Erst danach kommen Material, Energie und Dekoration.

